SCHLAF. PORTRAIT AND SOUVENIRS
Sebastian Fritzsch
1 September — 23 November 2025
Eröffnung: So 31 August, 11—17 Uhr
„Schlaf. Portrait and Souvenirs“ präsentiert Fotografien, Collagen, Zeichnungen, Malereien und skulpturale Arbeiten des Kölner Künstlers Sebastian Fritzsch (*1977). Sie spürt Fragen rund um Schutz, Sicherheit und Zuflucht nach. Das Thema Schlaf ist davon unmittelbar berührt: Wie kann ich an einem Ort einschlafen, an dem ich mich nicht sicher fühle? Welche Dinge braucht es, um einen Ort sicher zu machen? Was hält die vermeintlichen Monster unterm Bett fern – und wie finden sie erst gar nicht den Weg in unsere Gedanken?
In seinen Bildwelten entwickelt Fritzsch eigene visuelle Strategien: Wiederkehrende Zeichen, Ornamente und Symbole wie Kokons, Iglus, Dornen oder Stacheln ordnen und grenzen ab – sie schützen aber auch. Die Betrachtenden begegnen diesen etwa als Überzeichnungen mit Tusche auf großformatigen Fotografien oder als Elemente fotografischer Collagen.
Den Unsicherheiten des Alltags begegnet Fritzsch mit seinem Fotoapparat. Orte, Situationen, Gegenstände, Tiere und Personen hält er fest und entwickelt daraus einen eigenen visuellen Atlas. Das Fotografieren geschieht dabei oft intuitiv und „im Vorbeigehen“ – als Akt der Rückversicherung und Selbstverortung: Hier bin ich gewesen, hier kenne ich mich aus. In ihrer Summe lassen sich die unzähligen Aufnahmen als Landmarks verstehen, die – einem Anker gleich – Schutz und Orientierung bieten. Die mehr als 500 Kleinbildaufnahmen aus dem Archiv des Künstlers bilden so ein eigenes Koordinatensystem, in das Besucher:innen eintauchen und an Fritzschs inneren Zuständen teilhaben können. Stadtansichten und Landschaften sind hier ebenso zu finden wie Familie und Freund:innen des Künstlers.
Dabei verfolgen die gezeigten Fotografien keinen dokumentarischen Anspruch, sondern werden durch künstlerische Eingriffe – etwa Übermalungen oder Collagen – zu eigenständigen Werken, die neue Perspektiven auf Gemeinschaft und Zugehörigkeit eröffnen.
Im kuratorischen Prozess entstand die Idee, mit der Ausstellung einen Ort zu schaffen, an dem Sebastian Fritzsch gut und sicher schlafen kann. Die Einbauten der Ausstellungsarchitektur können ebenso von den Besucher:innen als Rückzugsort – oder sogar zum Schlafen – genutzt werden. Jedes der verwendeten Bauteile, etwa die Holzdielen, wurde vom Künstler eigens dafür gestaltet. Nach Ende der Ausstellung können die Dielen als Erinnerungsstücke bzw. Souvenirs mit nach Hause genommen werden, wo sie weiterhin als Orientierungspunkte in Fritzschs Koordinatensystem dienen.
Ergänzend zur Ausstellung erscheint eine Reihe mit sieben Zines, die sich mit dem fotografischen Œuvre von Sebastian Fritzsch beschäftigen. Die ersten drei Ausgaben sind bereits veröffentlicht; die vierte erscheint zur Vernissage. Auf dem eigens eingerichteten Instagram-Kanal „portrait_and_souvenirs“ werden zahlreiche Archivaufnahmen des Künstlers präsentiert.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Timo Schmidt, unter Mitarbeit von Meike Eiberger.
Sebastian Fritzsch, geboren 1977, lebt und arbeitet in Köln. Er studierte Theater- und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Fotografie, künstlerische Gestaltung und Filmregie an der HGB Leipzig und der Kunsthochschule für Medien Köln. Sein vielseitiges Werk bedient sich unterschiedlicher Medien – darunter Film, Malerei, Zeichnung, Collage und Keramik. Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen in NRW, Berlin und darüber hinaus gezeigt. In der Temporary Gallery steht erstmals sein fotografisches Werk im Zentrum.
Programm
So, 31 August, 11 Uhr
Eröffnung
13 September / 11 Oktober / 15 November, 15 Uhr
Kurator:innenführung mit Sebastian Fritzsch
Fr, 26 September
Buchpräsentation – Nikolas Müller: Behindert die Anfänge - Gespräch mit Nikolas Müller, Sebastian Fritzsch, Michaela Predeick und Carmen Strzelecki
Fr, 17 Oktober, 19 Uhr
Talk zum Thema „Collage" mit Lucie Gorzolka, Timm Rautert und Berit Schneidereit
So, 26 Oktober, 20 Uhr
Konzert mit Gregor Schwellenbach
Mi, 12 November, 20 Uhr
Screening „Der Wald in mir" im Kölner Filmhaus
So, 23 November
Screening des Kölner Kurzfilmfestivals
Förderung und Unterstützung
Die Ausstellung wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.