RESIDENZPROGRAMM
Arnisa Caterina Zeqo

Wir freuen uns, unsere neue Residentin Arnisa Caterina Zeqo in Köln zu begrüßen. Arnisa wird bis zum 16. Januar in der Stadt sein und Studio Visits für Kulturschaffende anbieten. Außerdem werden Besuche bei mehreren Institutionen stattfinden, unter anderem bei Kunstlerhaus kat18, kaethe:k Kunsthaus und Sammlung Zander.

Arnisa Caterina Zeqo ist Kunsthistorikerin, Kuratorin und Pädagogin und lebt in Amsterdam und Beetserzwaag. Sie ist Mitbegründerin von Rongwrong, einem Raum für Kunst und Theorie in Amsterdam, und leitet heute das Kunsthuis SYB in Beetserzwaag. 2021/22 war sie Researcher in Residence an der Rijksakademie in Amsterdam, wo sie an der Schnittstelle von (Auto-)Fiktion, Performance und Druckerzeugnissen arbeitete. 2015-2017 arbeitete sie für die documenta 14 in Athen und Kassel, war verantwortlich für die Bildungsprogramme (aneducation) in Athen und Initiatorin der Society of Friends of Ulises Carrion innerhalb des Parliament of Bodies.


STUDIO VISITS
mit Arnisa Caterina Zeqo

 

Für Kölner Künstler*innen und Kurator*innen besteht die Möglichkeit, sich persönlich mit Arnisa für ca. eine Stunde zu treffen, um eigene Arbeiten oder Projekte vorzustellen und ein Feedback zu bekommen.

Individuelle Anmeldung und Terminabsprache unter ch@temporarygallery.org.

 

Über das Residenzprogramm:
Es wurde zu einem erklärten, wenn auch oft nur halbherzig verfolgten Ziel von Kultureinrichtungen, ihre eigenen Strukturen im Hinblick auf Diversität zu hinterfragen und zu erneuern. Diversität darf aber nicht nur ein zeitlich begrenztes Programm oder eine hippe Agenda sein, sondern muss tiefer greifen. Die Frage darf nicht nur lauten, wer Zugang zu kultureller Bildung und ihren Einrichtungen erhält, sondern wer überhaupt in der Lage ist, kulturelle und/oder kreative Arbeit als Berufsperspektive in Betracht zu ziehen.

Obwohl die sog. „Art brut“ – Kunst von Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen Behinderung – sehr etabliert und hochgeschätzt ist, sind „Art brut"-Künstler*innen und ihre Kunstwerke aus der üblichen Kunstszene ausgeschlossen: „Art brut“ funktioniert als ein gesonderter Bereich der Kunstwelt mit eigenen Ausstellungen, an denen nur „Art brut“-Künstler*innen teilnehmen. Als Konsequenz treffen sich diese sehr selten mit Künstler*innen ohne Behinderung zusammen. Obwohl die Intention hinter „Art brut“-Ausstellungen sicherlich positiv und unterstützenswert ist, findet hier doch keine echte Inklusion statt – die Kunstwerke werden in separaten Ausstellungen „isoliert“, anstatt dass sie in Ausstellungen von Künstlern ohne Erkrankung oder Behinderung einbezogen werden. Um sich mit diesem Problem langfristig auseinandersetzen, initiierte die Temporary Gallery. Zentrum für zeitgenössische Kunst in Köln, ein Projekt, das auf Empowerment und Inklusion auf tieferem Niveau setzt: ein Residenzprogramm für Kulturschaffende mit dem Hauptziel: der Ausgrenzung sog. „Outsider Art“ langfristig entgegen zu wirken.

Das Ziel des Programms ist, mehrere internationale Kulturschaffende nach Köln einzuladen. Die Gäste besuchen Partnerinstitutionen und treffen Künstler*innen in ihren Ateliers . Zudem werden individuelle Studio Visits angeboten, Gespräche von etwa 1–2 Stunden Dauer, zu denen sich Kulturschaffende anmelden können.