ein Themenschwerpunkt der studiobühneköln
zu Gast in der Temporary Gallery
mit dem Gastspiel DER SOLDAT von Julian Warner
(eingeladen zum IMPULSE Festival für Performance, Theater & Tanz 2026)
und Beiträgen von boy:band, Nicola Schubert, Constantin Leonhard und fast verwegen
Kalender:
27. März
20 Uhr – KÖLN PREMIERE: DER SOLDAT
28. März
14 Uhr – POSITIONEN
20 Uhr – DER SOLDAT
DER SOLDAT
Ein Übergangsritual
eine Koproduktion von Studio Julian Warner, Kaserne Basel, Donaufestival Krems, Belluard Bollwerk, Burg Hülshoff – Center for Literature (CFL), Theater Rampe, Münchner Kammerspiele und studiobühneköln
Ein schwarzer Künstler stellt fest, dass er zum Soldaten geworden ist. Als Kunstarbeiter betritt er die Bühne. Im Kampf um Repräsentation und Ressourcen erhält er eine Waffe und lernt, dass auch in der Kunst gilt: Die Befreiung der Okkupierten ist gleichzeitig der Schrecken der Besatzer. Doch ist Kulturkampf Krieg?
Wenige haben so luzide über die Gewalt in einer zersplitterten Welt geschrieben wie Frantz Omar Fanon. Ein Psychiater und Marxist aus Martinique, der überzeugt war, dass die Entmenschlichung durch den europäischen Kolonialismus nicht durch Verhandlung und Kompromiss überwunden werden könne, sondern nur durch die Zerstörung desselbigen. Fanons Rechtfertigung der antikolonialen Gewalt wurde von Linken weltweit rezipiert, von der Black Panther Party bis zur RAF, und wird bis heute kontrovers diskutiert. Wann und in welchem Kontext ist es notwendig, Gewalt oder ihre Abwehr zu organisieren?
Auf der Bühne durchlebt der schwarze Künstler seine Transformation zum Soldaten noch einmal. Im Zusammenspiel von Sprache und physischer Kraft des Schlagwerks befragt er die historische Situation und sucht sein Verhältnis zur Gewalt.
DER SOLDAT. Ein Übergangsritual besteht aus zwei Teilen. Teil Eins ist eine 50-minütige musikalische Performance. Teil Zwei ist ein 60-minütiges Nachgespräch im Fishbowl Format, in dem das Publikum, angeleitet von zwei Gruppenanalytiker:innen, das Erlebte gemeinsam durcharbeitet.
Julian Warner ist ein deutsch-britischer Künstler und Kurator. Er war von 2023 bis 2025 künstlerischer Leiter des Brechtfestival Augsburg und verantwortete 2022 das Festival der KulturRegion Stuttgart. Davor entwarf er Festivals und Spektakel für das Künstlerhaus Mousonturm, die Münchner Kammerspiele u.v.a. Ihn verbinden langjährige Arbeitsbeziehungen mit der Konzeptkünstlerin Anta Helena Recke, der Choreographin Joana Tischkau und dem Musiker Markus Acher. Er ist Herausgeber eines Sammelbandes zu Problemen der postkolonialen Kritik in Deutschland "After Europe. Beiträge zur dekolonialen Kritik" (Verbrecher Verlag, 2021) und seit 2018 in Ausbildung zum Gruppenanalytiker am Seminar für Gruppenanalyse Zürich (SGAZ). Im Sommer 2025 erhielt er einen Ruf an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart (HMDK).
POSITIONEN
mit Beiträgen von:
boy:band, Nicola Schubert, Constantin Leonhard und fast verwegen
14-16 Uhr | CRYPTOBIOSIS
ein Workshop mit Constantin Leonhard
Innerhalb des Workshops Cryptobiosis suchen wir nach einer produktiven Verästelung von Kunst und Wissenschaft. Wie können wir mit Bewegung und Text eine interdisziplinäre Kommunikation etablieren? Gibt es ein mikrobiologisches Theater oder eine theatrale Mikrobiologie? Mit Hilfe eines Mikroskops, das wir großflächig projizieren, begegnen wir Mikroben im Wassertropfen und bei Gelegenheit den anhydrobiose-fähigen Bärtierchen. Durch Schreibaufgaben und einfachen Bewegungsimprovisationen entstehen kurze szenische Anordnungen zu Themen wie Co-Evolution von Mensch und Mikrobe oder ökologischen Fragestellungen, die sich im Mikrokosmos widerspiegeln.
Anmeldung per Mail an: cryptobiosis@constantin-leonhard.de
16-17 Uhr | FLUID
von fast verwegen
Für ihre Produktion FLUID haben sich fast verwegen mit mehrgeschlechtlichen Gesellschaften auf der ganzen Welt auseinandergesetzt. In einer Installation nehmen sie uns mit auf einen Trip jenseits von Binarität und Patriarchat.
18:30-20 Uhr | FLUID
von fast verwegen // TO #ALLMEN REVISITED von Nicola Schubert und Clara Kulmeyer
Installationen
EINTRITT FREI
Credits
DER SOLDAT:
Konzept, Performance und Musik: Julian Warner
Dramaturgie: Veronika Maurer
Musik und Live-Schlagzeug: Markus Acher
Stimme: Veronica Burnuthian
Licht und Technik: Dennis Dita Kopp
Künstlerische Produktionsleitung: Sabine Klötzer
Übersetzungen: Veronica Burnuthian, Anna McCarthy
Gruppenanalytiker:innen: Sonja Brachthäuser, Michael Niebler
Fotos:
1 – Julian Warner, Foto: Julie Folly
3 – Cryptobiosis © Ingo Solms
4 – to#allmen © Ingo Solms


