BLACK QUANTUM FUTURISM
Online Reading Sessions

Di 15.12., 5.01., 26.01. & 16.02., 20 Uhr

In englischer Sprache

Das Treffen findet über die Internet-Plattform Zoom statt.
Um teilzunehmen am 5.01, melden Sie sich bitte unter diesem Link an:

https://zoom.us/meeting/register/tJYodu-vqTstHdKdjakezgUNy6ep-UsJ5nht

Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen zur Teilnahme.

Wir laden euch zu einer Reihe von Reading Sessions ein, die der künstlerischen Praxis des Black Quantum Futurism gewidmet ist! Gemeinsam werden wir Texte analysieren, Musik hören und die visuelle Ebene der Arbeit des Kollektivs erforschen. Black Quantum Futurism ist ein multi- und interdisziplinäres Kollektiv das 2014 von Camea Ayewa (Rockers!; Moor Mother) und Rasheeda Philipps (TheAfroFuturist Affair; Metropolarity) gegründet wurde. Die aus diesem entstandenen unterschiedlichen Texte, Musik, Filme, visuelle Kunst und kreative Forschungsprojekte stellen die Wiederherstellung, Sammlung und Erhaltung gemeinschaftlicher und kollektiver Erinnerung, Historie und Geschichten in das Zentrum einer Praxis zur Konstituierung eines neuen raum-zeitlichen Bewusstseins. Am Schnittpunkt von Quantenphysik, Afrofuturismus, kreativer Medialität, DIY-ästhetik und Aktivismus sind Theorie und Praxis des Kollektivs am Bruch mit linearen Zeitkonstruktionen orientiert.

Die erste Reading Session ist dem Ansatz des Black Quantum Futurism für ein neues, schwarzes und afrodiasporisches Zeit- und Raumbewusstsein gewidmet. Die sich hier abzeichnenden Fluchtlinien aus hegemonialen linearen Zeitkonzepten und ihre inhärente Governance werden im Zentrum der Diskussion stehen. Das Ziel des BQF ist die Realisierung physischer, spiritueller, psychologischer und kognitiver Strategien, die Zugang zu jenen Ereignissen der Vergangenheit und der Zukunft ermöglichen, die gegenwärtig durch unidirektionale und progressive Zeitlinien versiegelt sind.

Gemeinsam werden wir den Text von Rasheedah Phillips lesen: Philips, Rasheedah. 2016. “Dismantiling the Master(‘s) Clock [work Universe]” in Space-Time Collapse I, herausgegeben von Black Quantum Futurism, 15-33. The Afrofuturist Affair/ House of Future Science Books. Es ist nicht notwendig, den Text im Voraus zu lesen. Der Text wird allen Teilnehmern vor der Sitzung zugesandt.

Als freiwillige Vorbereitung empfehlen wir, das folgende Video anzusehen:
Youtube-Video (18.02.2018) ”Black Quantum Futurism / Moor Mother + Rasheedah Phillips/ the Gray Area Festival 2017”: https://www.youtube.com/watch?v=Ko8QCaGHXVY&t

Die Reading Sessions finden im Rahmen des Begleitprogramm der Ausstellung A Sequence of Events in the Lives of the Dormant, kuratiert von Lara Khaldi und Aneta Rostkowska, statt. Der Text "Activating Retrocurrencies and Reverse Time-Bindings in the Quantum Now(s)" von Rasheedah Phillips (Black Quantum Futurism) wurde (in englischer, deutscher und arabischer Sprache) in der Ausstellungsbroschüre veröffentlicht und ist hier zugänglich.

Die Reading Sessions werden in Zusammenarbeit mit Jana Dormann, Siddhartha Lokanandi (Hopscotch Reading Room), Paloma Nana und Denzel Russell entwickelt. Black Quantum Futurism wird an einer der folgenden Sitzungen im Jahr 2021 teilnehmen.

Der Eintritt zu jeder Reading Session ist frei, aber wir wären für eine Spende an unsere Institution dankbar. Jede kleine Spende zählt. Unsere Bankverbindung finden Sie hier: https://www.temporarygallery.org/en/about/contact/
Falls Sie eine Spendenbescheinigung benötigen, schreiben Sie bitte an: aa@temporarygallery.org

Über die Reading Sessions:
„Das Bedürfnis nach Diskussion und ihre wichtige Funktion entspringt nicht dem Wunsch oder der Sehnsucht, jemandes Ansicht zu einer Sache durchzusetzen (obgleich es nicht von der Hand zu weisen ist, dass viele Diskussionen aus genau diesem Grund stattfinden), sondern auf den Grenzen und der Unvollkommenheit der kreativen und insbesondere der kognitiven Fähigkeiten des Einzelnen.“
Roman Ingarden, Ein paar Worte über eine fruchtbare Diskussion, 1961

Laut aktueller Studien hat die fortschreitende Digitalisierung unseres Lebens dazu geführt, dass wir uns nur noch etwa acht Sekunden konzentrieren können. Damit liegen wir knapp hinter der durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne des für sein Fokussierungsdefizit bekannten Goldfischs. Um dem entgegenzuwirken, führte die Temporary Gallery in 2019 eine neue, informelle (Selbst-)Bildungsinitiative ein - die Reading Sessions. Ziel ist bei diesen, Diskussionen über Themen im Kontext zeitgenössischer Kunst und Kunsttheorie sowie dem Programm der Temporary Gallery zu vertiefen und intensivieren. Die Reading-Sessions finden dieses Jahr, je nach aktuellem Stand der Maßnahmen zur Corona-Pandemie, online oder in unserer Ausstellung stat