THE CURATORIAL UNKNOWN
About ecology and sustainability in art institutions (mit Nada Schroer)
25 Juni, 13 Uhr

 

Ort: online (Zoom)
In Englischer Sprache

Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen und die Texte erhalten möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an: assistant@temporarygallery.org.

Obwohl man sich über das schöne Wetter im Frühling freuen möchte, bereiten gelbe Wiesen und trockenes Laub auf dem Boden Grund zur Sorge. Die Auswirkungen von Klimawandel, Artensterben und Umweltkatastrophen sind schwer zu übersehen. Viele bringt dies dazu, sich die Notwendigkeit eines strukturellen Wandels einzugestehen. Doch zurück im Alltag fällt es schwer, Konsequenzen aus den bedrückenden Einsichtigen zu ziehen. Stattdessen stellt sich eine Dynamik aus Betroffenheit und Hilflosigkeit, Prokrastination und schließlich Verdrängung ein. Die Sozialpsychologie nennt den unangenehmen Gefühlszustand, der daraus folgt, kognitive Dissonanz.

Auch zur Kunstwelt ist mittlerweile ein leichtes Unwohlsein durchgesickert. Zwar stehen politische und philosophische Debatten rund um die Themen Klima und Ökologie bei Kurator*innen und Künstler*innen hoch im Kurs - dies zeigt sich nicht zuletzt in Ausstellungstiteln, Jahresprogrammen und Biennaleslogans - doch fehlen scheinbar schlagkräftige Ideen, wie sich die Kunstwelt nach Prinzipien von Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit umstrukturieren lässt. Als Reaktion darauf möchte die Temporary Gallery regelmäßige Treffen zu diesen Themen organisieren, die sich sowohl mit theoretischen als auch mit praktischen Fragen in Bezug auf Ausstellungsorganisation und Kuratieren beschäftigen.

Die zentrale Fragestellung des ersten Treffen lautet, wie wir individuelle und kollektive Visionen für einen klimagerechten Systemwandel in der Kunstwelt entwickeln können. Welche Storylines braucht es für nachhaltige Institutionen? Wie könnten kuratorische Formate aussehen, die den Klimawandel nicht nur thematisieren, sondern selbst ökologische Form annehmen?

Das Treffen eröffnet Raum für eine kollektive Visionssuche. Was sollte geschehen? Wie könnte es umgesetzt werden? Was kann ich tun, um zu der Verwirklichung der Vision beizutragen? Gemeinsam werden wir in einem progressiven Brainstorming (von Joanna Macy inspiriert) vom Träumen ins Planen kommen.

Moderiert von Nada Schroer und Aneta Rostkowska.

Texte:
Joanna Macy, Chris Johnstone, Active Hope. How to Face the Mess We're in without Going Crazy, New World Library, 2012, German version: Hoffnung durch Handeln. Dem Chaos standhalten, ohne verrückt zu werden, Junfermann Verlag, 2014.

Plasticity of the Planet: On Environmental Challenge for Art and Its Institutions, ed. Magdalena Ziółkowska, Ujazdowski Castle Centre for Contemporary Art, Mousse Publishing, 2019.

The Curatorial Unknown ist eine Reihe von Treffen initiiert von der Temporary Gallery, die sich mit kuratorischer Praxis auseinandersetzt. Die Reihe entsteht in Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Kuratoren und Institutionen aus Köln und der Umgebung. Die Treffen sind offen für jeden, der sich für das Kuratieren interessiert.

Bild
Milena Bonilla, „Mellilotus officinalis“, Teil der Arbeit „Spring starts as a murmur (Utopia)“, 2019
(präsentiert in der Ausstellung „Floraphilia. Revolution of plants“, bis 20.09.2020)