KOSTÜMWERKSTATT
16 Januar—7 Februar 2026
Freitags 15:30—19:30 Uhr
Wir laden wieder zur offenen Kostümwerkstatt in die Temporary Gallery ein. Hier werden Kostümierungen künstlerisch entwickelt und besprochen. Der Kölner Karneval kann in einem sicheren Umfeld thematisiert und vorbereitet werden.
In Kooperation mit dem M*Treff Alte Feuerwache, Rutfront Fastelovendsbund e.V., dem Textilen Künstler*innentreff Köln und den Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Modedesigner*innen, Kostüm- und Maskenbilder*innen Citra Amongsari, Hanna Bächer, Dr. Anja Dreschke, Sarah Ferreira dos Santos, Liane Gramsch-Rudolph, Paula Noller, Camilo Pachón, Johanna Reinders, Corinne Riepert, Faun Vium und weiteren. Organisiert von Lisa Klosterkötter.
In Einfacher Sprache:
Die offene Kostümwerkstatt läuft vom 16. Januar bis zum 7. Februar 2026.
Sie ist jeden Freitag von 15:30 bis 19:30 Uhr geöffnet.
Künstlerinnen und Künstler leiten die Werkstatt.
Sie helfen beim Nähen und Gestalten.
Alle Menschen können mitmachen.
Alle können Kostüme nähen, bauen und neue Ideen ausprobieren.
Es gibt auch ein Kinderprogramm für Kinder in verschiedenem Alter.
Wir wollen neue Kostüme für den Karneval machen.
Die Kostüme sollen nicht typisch sein.
Sie sollen persönlich und kreativ sein.
Für die Kostüme werden gebrauchte Materialien genutzt.
In der Kostümwerkstatt ist uns ein gutes Miteinander wichtig.
Alle sollen sich wohlfühlen.
Niemand soll verletzt oder ausgeschlossen werden.
Alle sind willkommen! Die Veranstaltung ist kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.
Die offene Kostümwerkstatt findet zwischen dem 16. Januar und 7. Februar jeden Freitag zwischen 15:30 - 19:30 Uhr statt. Die Werkstatt ist ein temporärerer, von lokalen Künstler*innen angeleiteter Raum, in dem Kostümierungen künstlerisch entwickelt werden können. Hier sind alle Personen zum Gestalten, Nähen, Bauen, Lernen und Austauschen willkommen. Die Kostümwerkstatt ist ein offenes Format, zu dem alle jederzeit dazustoßen können. Einige Workshops und Vorträge setzen sich mit spezifischen Themen auseinander, hier bedarf es teilweise einer Anmeldung da die Teilnehmer*innenplätze begrenzt sind. Jeden Freitag findet auch ein Angebot für Kinder statt. Weitere Infos zum Programm findet ihr weiter unten.
Die Kostümwerkstatt soll dazu anregen, die Praxis des Verkleidens und der transformativen Potenziale von Kostümierung über die Grenzen der stereotypen Karnevalskostüme hinaus zu denken. Denn diese sind heute Teil der Fast Fashion-Bewegung – die billigsten Materialien werden schlecht verarbeitet, so dass sie kaum länger als eine Saison tragbar sind. Darüber hinaus ist die Auswahl der erschwinglichen Kostüme sehr begrenzt und von einem norm-binären, teilweisen sexistischen und rassistischen Weltbild geprägt. Die Möglichkeitsräume und Vorstellungsspektren – also als wen oder was man sich gerne kostümieren möchte – scheinen oft begrenzt, durch die Einflüsse der allgegenwärtigen Konsumgesellschaft geprägt und zugleich vom sozialen Umfeld abhängig zu sein. Inhaltlich setzt sich das Format zwar mit den Praktiken des Kostümierens im Kontext von Brauchtum und Tradition auseinander, möchte sich von vielen Handhabungen aber auch loslösen und eigene Perspektiven gewinnen. Dadurch kann der Karneval neu betrachtet und künstlerisch mitgestaltet werden.
Die Kölner Kunstszene und der Kölner Karneval, als Ort politischer Debatten und Satire basierend auf dem demokratischen Recht der Ausdrucksfreiheit, waren in der Vergangenheit immer wieder eng miteinander verwoben – Künstler*innen gestalteten Karnevalswagen, Kulissen für Stunksitzungen und richteten Kostümfeste aus. Mit dem Künstler*innenfest Laange Ent (1920er Jahre), den Aktivitäten der Ahl Säu (gegr. 1946), dem Lumpenball im Kölnischen Kunstverein und der Karnevalsparty DA BA DEE? in der Temporary Gallery (2020) ist nur ein Bruchteil jener avantgardistischen Impulse zu nennen, im Zuge derer künstlerische Mittel und Strategien genutzt wurden, um das Kölsche Volksfest mitzuformen, und nicht selten und gleichsam nicht oft genug militaristische, patriarchale Strukturen zu hinterfragen und zu durchkreuzen.
Programm:
Offene Kostümwerkstatt
16. Januar bis 7. Februar 2026
Freitags 15:30 - 19:30 Uhr
(Keine Anmeldung erforderlich)
Innerhalb der Kostümwerkstatt finden spezielle Formate für Kinder und Erwachsene statt, für einige davon müsst ihr euch anmelden.
16. Januar
15:30 bis 19:30 Uhr
Krätzchen-Workshop und Gespräch mit der Kölner Kostümbildnerin Liane Gramsch-Rudolph, ausgerichtet vom Karnevalsverein Rutfront
(Keine Anmeldung erforderlich)
15:30-18:00 Uhr
Für Kinder ab 4 Jahre: Offene Kinder Kostümwerkstatt mit Citra Amongsari (Keine Anmeldung erforderlich)
23. Januar
15:30 bis 18:00 Uhr
Workshop Carnival as a social fabric, and mask as a weaving material
mit Camilo Pachón
(Um Anmeldung unter info@temporarygallery.org wird gebeten)
15:30-18:00 Uhr
Für Kinder ab 6 Jahre: Karnevalsorden aus Wachs gießen mit Citra Amongsari
(Um Anmeldung unter info@temporarygallery.org wird gebeten)
30. Januar
18:00 Uhr
Vortrag von Dr. Anja Dreschke
(Keine Anmeldung erforderlich)
15:30-17:00 Uhr
Für Kinder von 4 bis 7 Jahre: Hüte und Kronen aus Stoff
(Um Anmeldung unter info@temporarygallery.org wird gebeten)
6. Februar
16:00 bis 19:00
Flügel-Bau-Workshop mit Faun Vium
(Um Anmeldung unter info@temporarygallery.org wird gebeten)
15:30-18:00 Uhr
Für Kinder ab 4 Jahre: Offene Kinder Kostümwerkstatt mit Citra Amongsari
(Keine Anmeldung erforderlich)
7. Februar
Ab 12:00 Uhr
Offene Arbeitssession für eine Intervention auf dem Geisterzug ausgerichtet vom Textilen Künstler*innentreff Köln, anschließende gemeinsame Teilnahme am Geisterzug, der 2026 den Titel Mir könne nit all em Dom schlofe. Appell für einen Wandel in der Wohnungspolitik trägt (https://www.geisterzug.de/)
(Keine Anmeldung erforderlich)
14. Februar
Save the Date! Karnevalsdinner!
(Weitere Infos folgen in Kürze)
Wir freuen uns weiterhin über Materialspenden! Diese können montags (11 - 15 Uhr), donnerstags und freitags (11 - 18 Uhr) in der Temporary Gallery vorbeigebracht oder nach Absprache innerhalb Kölns abgeholt werden.
Alle sind willkommen! Die Kostümwerkstatt ist kostenfrei und weitestgehend ohne Anmeldung (siehe Angaben) zugänglich. Ihr könnt eigenes Material mitbringen, oder euch von unserem Materialfundus bedienen und inspirieren lassen.
Verhaltenskodex in der Temporary Gallery:
Die Kostümwerkstatt in der Temporary Gallery will einen zugänglichen, verletzungsarmen und barrieresensiblen Raum als Grundlage für unser Miteinander schaffen. Wir tolerieren keine Form von Rassismus, Sexismus, Ableismus, Antisemitismus, Queer- und Transfeindlichkeit, oder anderweitig diskriminierendes, gewaltvolles Verhalten.
Alle Veranstaltungsteilnehmer*innen erklären sich mit unseren Verhaltensrichtlinien einverstanden. Alle Teilnehmer*innen unseres Programms möchten sich in diesem Raum wohl und sicher fühlen. Deshalb dulden wir in keinster Weise übergriffges, grenzüberschreitendes und/oder diskriminierendes Verhalten und behalten uns bei Verstößen gegen unseren Verhaltenkodex (der auch im Raum sichtbar zu lesen sein wird) vor, Personen von der Veranstaltung auszuschließen. Solltet ihr euch unwohl fühlen oder übergriffiges Verhalten miterleben, wendet euch gerne an Lisa Klosterkötter.
Informationen zur Barrierefreiheit der Veranstaltungen:
Relaxte Atmosphäre: Die Veranstaltung ist relaxed konzipiert. Das bedeutet: Alle Personen sind im Raum willkommen und können sich im Raum aufhalten, auch wenn sie nicht aktiv an etwas arbeiten. Die Räume können jederzeit verlassen und wieder betreten werden. Für warme Getränke und Wasser wird gesorgt. Es werden unterschiedliche Sitzmöbel (Stühle, Sitzsäcke, Hocker) angeboten.
Physischer Zugang: Die Ausstellungsräume sind stufenlos zugänglich, leider ist keine barrierefreie Toilette vorhanden. Das a&o Hostel, etwa 200 Meter von der Temporary Gallery entfernt, bietet barrierefreie Toiletten.
Sprachlicher Zugang: Die Workshopleiter*innen sprechen deutsche und englische Lautsprache. Das Team ist offen, via Übersetzungsprogramme in diverse weitere Sprachen praktische Anweisungen zu geben. Zudem versuchen wir weitestgehend Einfache Sprache zu verwenden. Verständnisfragen sind jederzeit erwünscht. Eine Verdolmetschung in Gebärdensprachen kann leider nicht angeboten werden.
Kontakt: Bei weiteren Verständnisfragen, Bedarfen oder Zugangsvoraussetzungen, z.B. Abholservice von einer nahegelegenen Haltestelle, meldet Euch per Mail unter info@temporarygallery.org
Temporary Gallery, Mauritiuswall 35, 50676 Köln
Weitere Infos unter: https://www.temporarygallery.org