Kuratorische Honorare in Erwägung ziehen
Ein Workshop mit Kris Dittel und Katia Krupennikova
30 April und 1 Mai 2021

Der Workshop hat zum Ziel, das Bedürfnis nach fairen Arbeitsbedingungen und Vergütungen von freiberuflichen KuratorInnen zu analysieren und zu artikulieren.
Während des Workshops werden wir die aktuelle Lage von Honoraren im Kulturbereich im niederländischen Kontext vorstellen, wo wir beide ansässig sind und zu den Gründungsmitgliedern der 'Arbeitsgruppe für Honorare und Bedingungen von freiberuflichen KuratorInnen und Kunstschaffenden' (2018-20) gehörten.
Die TeilnehmerInnen des Workshops werden miteinander diskutieren und sich darüber austauschen, was gemeint ist, wenn man über kuratorische Arbeit spricht. Fragen nach Transparenz, unbezahlter Arbeit und wie man Honorare kalkuliert und dafür eintritt. Wir werden uns auch mit Best Practices von angeschlossenen Gruppen und Verbänden beschäftigen. Schließlich werden wir versuchen, einige Ansatzpunkte und Richtlinien zu entwerfen, um unsere Arbeitsbedingungen für die Zukunft zu formulieren.
Der Workshop ist offen für (unabhängige) KuratorInnen und KunstarbeiterInnen, die an kollektiver Organisierung und dem Eintreten für verbesserte Arbeitsbedingungen im Kunstfeld insgesamt interessiert sind.
Die TeilnehmerInnen sind herzlich eingeladen, vor unserem Treffen die "Vorläufige Erklärung Freiberufliche KuratorInnen" zu lesen, die von der Arbeitsgruppe in den Niederlanden mitverfasst wurde: https://www.platformbk.nl/en/preliminary-statement-freelance-curators/

Kris Dittel ist eine unabhängige Kuratorin und Redakteurin, die in Rotterdam lebt. Dittels Arbeit konzentriert sich auf Forschungscluster, die von meinem Hintergrund in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften geprägt sind, sowie von einem anhaltenden Interesse an (gescheiterter) Kommunikation und Performativität in Bezug auf Körper und Sprache. Ihre jüngste kuratorische Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Code-Switching (To Be Like Water, Sculpture International Rotterdam, 2020/21) und der materiellen Substanz und dem performativen Potenzial der menschlichen Stimme (Post-Opera, TENT Rotterdam, V2_, Operadagen Rotterdam, 2019). Frühere kuratorische und redaktionelle Projekte untersuchten Fragen des sozialen und ökonomischen Werts in der Kunst und des Werts künstlerischer Arbeit (The Trouble with Value, 2017-20) sowie das Verhältnis von Sprache und Wirtschaft (The Economy is Spinning, 2016). Sie ist die Herausgeberin von The Trouble with Value: Art and Its Modes of Valuation (Onomatopee, 2020), Marjolijn Dijkman: Radiant Matter (Onomatopee, 2018), The Economy is Spinning (Onomatopee, 2017) und Antonis Pittas: Road to Victory (gemeinsam herausgegeben mit Clare Butcher, Mousse Publishing und Hordaland Kunstsenter, 2017).
Katia Krupennikova ist Dozentin an der HKU University of the Arts, Utrecht (NL), und Curator at large an der V-A-C Foundation, Moskau (RU). 2019/20 war sie Stipendiatin an der BAK-basis voor aktuele kunst, Utrecht (NL), wo sie ihr laufendes Forschungsprojekt States of Anxiety, Minds for Care startete, in dem sie die politische Dimension von Angst analysiert. Das Forschungsprojekt spürt Zusammenhänge zwischen steigenden rechten Stimmungen sowie sozialer und ökonomischer Prekarität auf und schlägt Wege vor, faschistischen Tendenzen durch die Reaktivierung von Praktiken der Fürsorge entgegenzuwirken. Krupennikova war die Kuratorin der 11. Ausgabe des Survival Kit Festivals in Riga (LV), Being Safe Is Scary, 2020. Im Jahr 2019 war sie Mitglied der kuratorischen Kerngruppe der Bergen Assembly, Actually, The Dead Are Not Dead, Bergen (NO). Im Jahr 2015 gewann sie den Akbank Sanat International Curator Competition. Die Ausstellung Post-Peace, die in Istanbul (TR) stattfinden sollte, wurde von der gastgebenden Institution zensiert; sie wurde anschließend in erweiterter Form im Württembergischen Kunstverein, Stuttgart (DE), 2017, und bei Nest, Den Haag (NL), 2017, eröffnet. Zu den jüngsten Projekten gehören Imogen Stidworthy. Dialogues with People, co-kuratiert mit Hans D. Christ und Iris Dressler, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart (DE), 2018-2019; und It Won't Be Long Now, Comrades!, co-kuratiert mit Inga Lāce, Framer Framed, Amsterdam (NL), 2017.

"The Curatorial Unknown" ist eine Veranstaltungsreihe, die sich der kuratorischen Praxis widmet. Initiiert von der Temporary Gallery entsteht sie in Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Kuratoren und Institutionen aus Köln und der Region. Die Treffen sind offen für alle, die am Kuratieren interessiert sind.

Der Workshop ist auch Teil des Projekts "and only the birds fly first class...", das zum Nachdenken über Strukturen des Kunstsystems und mögliche Reaktionen darauf einlädt. Ziel ist es, über die gewöhnliche Kritik an den Mechanismen der Kunstszene hinauszugehen und progressive Ideen und Lösungen zu präsentieren. Der Titel des Projekts stammt aus dem Song "Mr. Nichols" von Coldcut und Saul Williams, der sehr treffend den Gefühlszustand der Verzweiflung, der Orientierungslosigkeit und der Notwendigkeit einer Umkehr beschreibt, um eine Welt zu erreichen, in der "nur die Vögel erster Klasse fliegen", also eine Welt ohne Ungleichheiten. Das Projekt wird von Aneta Rostkowska, Direktorin der Temporary Gallery kuratiert.

Förderung und Unterstützung:
Kunststiftung NRW
Kulturamt der Stadt Köln
Hotel Chelsea
Deltax Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft mbH