SCREENING ROOM
Sandra Lahire
16 Juni 2016

 


Screening im Rahmen der Filmreihe "Screening Room", ausgewählt und eingeführt von Regina Barunke

Sandra Lahire:
Johnny Panic, 2000, 46 min

"Johnny Panic" ist der dritte Teil einer Trilogie (und letzter Film) der britischen Filmemacherin Sandra Lahire, der von Texten Sylvia Plaths inspiriert ist, explizit von der Kurzgeschichte "Johnny Panic and the Bible of Dreams" aus dem Jahr 1958. Ausgehend von drei Recherchesträngen Lahires, untersucht und verdeutlicht der Experimentalfilm den perversen Charakter kapitalistischer Systeme: die Atombombe als Folge von ökologischen Katastrophen und dem Einsatz von Uran; der Umgang mit (der eigenen) Magersucht und Körperlichkeit; und der performative Aspekt von Geschlecht/Gender, ihre radikale Haltung als lesbische und zugleich politische Person. Durch die Kontextualisierung jener Formen von Ausbeutung und sozialer und psychischer Unterwerfung generiert sie das Bild einer Welt, die kurz davor ist, in einen Zustand ständiger Panik zu fallen.

Sandra Lahire, die 2001 im Alter von nur fünfzig Jahren an Anorexie starb, ist eine zentrale Figur des feministischen Experimentalfilms der 1980er und 1990er in England. Während ihres Studiums an der St Martin's School of Art in London kam sie mit Filmemachern wie Malcolm Le Grice, Lis Rhodes, Isaac Julien und Sarah Purcill in Kontakt. Ihre Filme wurden national und international auf zahlreichen Festivals gezeigt.


Förderung und Unterstützung

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen


Bilder

Sandra Lahire: Johnny Panic, 2000