FORMS OF KINSHIP – POLYSEXUAL ECONOMY
Reading Group mit Bini Adamczak
24 August 2022, 19—21 Uhr

Via ZOOM:
Anmeldung erforderlich unter folgendem Link:
https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZAtcO6upjIqHdV7CAjBhR3LKhYYTVqNeNif

Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung mit Informationen zur Teilnahme sowie einen Link zu dem Text „A Theory of the Polysexual Economy (Grundrisse)“ von Bini Adamczak. Der Text bildet die Grundlage unserer Diskussion, um vorausgehende Lektüre wird gebeten.

Sprache: Englisch

Der Liebesmarkt basiert auf der Konkurrenz der Liebenden zueinander, wie jeder andere Markt einzig auf der Konstruktion von Knappheit. Es gibt genug Lover für alle, aber nicht alle bekommen einen ab, bzw. zehn. Die Theorie der Polysexuellen Oekonomie fasst Sexualität als Wertform, von der Seite des Austauschprozesses her. Sie lässt die Möglichkeit einer sexuellen Oekonomie erblicken, die zum ersten Mal in der Geschichte nicht ständisch-feudal, nicht rassexistisch-segregationistisch strukturiert wäre, ein universeller (Welt)Markt, auf dem alle Körper als Waren auftreten, ineinander tauschbar sind (welche Verzögerung, siehe 1789). Liberalisierung der Oekonomie ist aber Abschaffung ihrer Begrenzungen, nicht bereits Abschaffung der Oekonomie, um die es geht. Gesucht wird ein Modus von Vergesellschaftung, der weder der (unterkonsumptiv-)krisenhafte des Single-Marktes ist, noch der des Paars, des Ehevertrags, Handelsabkommen auf Lebensabschnittszeit. Weder protokapitalistische Oekonomie allgemeiner Konkurrenz also, noch sozialistische, Planwirtschaft, die die Armut (eine und nur eine Ware Anziehungskraft für jede[n?]) für die Ewigkeit verwaltet.

Bini Adamczak (Berlin) arbeitet als Philosophin und Künstlerin und schreibt über politische Theorie, queere Politik und die vergangene Zukunft von Revolutionen. Sie hat den Begriff "circlusion" erfunden und ist die Autorin von „Communism for Kids“ (MIT) und „Yesterday's Tomorrow. On the Loneliness of Communist Specters and the Reconstruction of the Future“ (MIT, erscheint demnächst). Zusammen mit Konstanze Schmitt entwickelte sie das Theaterstück „Everybody Needs Only You. Love in Times of Capitalism“ (Berlin 2019).

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Forms of Kinship" der Temporary Gallery. Die Treffen zielen darauf ab, gemeinsam über die Art und Weise nachzudenken, wie wir Beziehungen in und mit der Welt außerhalb der Kernfamilienstruktur gestalten. Die Treffen finden monatlich statt, online. Jede Sitzung wird von einem geladenen Gast geleitet, darunter Künstler, Denker, Dichter, Aktivisten und andere. Die Studiengruppe wird von Kris Dittel (freie Kuratorin) und Aneta Rostkowska (Temporary Gallery) einberufen.

Bild
Chris Grodotzki

Förderung und Unterstützung
Temporary Gallery erhält strukturelle Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Köln und die Deltax contemporary, Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft mbH. Kris Dittel ist 2022 Medienkunstfellow NRW.