WHEN IT COMES TO TRUTH I WOULDN’T DARE TO TELL IT
Performance von Mohamed Abdelkarim
Di 8 Dezember, 19 Uhr

Ort: Online

“When it comes to truth I wouldn’t dare to tell it”
Eine narrative Anthologie aus Anekdoten, Gedichten, Liedern und Radio-Theater

Die Performance ist eine Unterepisode der Reihe "Dramatic Episodes About Locomotion" (2014-2017) von Mohamed Abdelkarim, einem Performance- und Essay-basierten Projekt, das Mythen, Geschichten und Ideologien unter Verwendung einer Vielzahl ästhetischer Formen untersucht: von Gedichten und Prosa bis zur Erzählung; vom mündlichen Erzählen bis zur religiösen Rhetorik. Persönliche Anekdoten werden mit historischen Ereignissen verwoben, in denen reale und imaginierte Protagonisten auftreten. Die kollektiven Wünsche kristallisieren sich zu fiktiven Personae heraus. Im Ergebnis entsteht eine spekulative Geschichtsschreibung, die sich ebenso auf Verschwörungstheorien, Theaterstücke und Dramen wie auf Fakten stützt; ein performativer Essay, in dem sich die historische Wahrheit als Begegnung zwischen einem Ereignis und seiner vielfältigen Vermittlung entfaltet. Konzeptionell besteht das Projekt darin, den Gegensatz zwischen materialistischer und kultureller Geschichtsauffassung durch verschiedene gesellschaftliche Phänomene wie Religion, Geschlecht, Nationalismus und Identität neu zu lesen und zu untersuchen. Es benutzt Geschichten aus dem Mittelalter als Paradigma, um zeitgenössische Themen zu verstehen. In dieser Episode greift das Projekt eine Reihe von Geschichten des Performers Haroun Kanshour wieder auf, den der Künstler imaginiert hat und dem er begegnet. Die Geschichten schweben über Figuren, die in der so genannten Geschichte marginalisiert wurden.

Mohamed Abdelkarim ist ein bildender Künstler, Performer und Kulturproduzent. Nach Abschluss seines M.A. an der ECAV/Edhea, Schweiz, wandte er sich der Produktion von textbasierten Performances zu und engagierte sich für performative Praktiken, die auf einer multidisziplinären Forschung basieren und verschiedene Vermittlungsinstrumente wie Erzählen, Singen, Tanzen, Erkennen und Tun einsetzen und reflektieren. In Abdelkarims performativen Arbeiten zeugt das Drehbuch von der Forschungserfahrung. Der Schwerpunkt liegt auf dem Prozess als Reflexion der Produktion und der kulturellen Genealogie. Dieser Prozess ist ergebnisoffen und nicht linear. Seine Performances wurden an diversen Orten aufgeführt: Guild Master of Cabaret Voltaire Manifesta11, Zürich, 2016; Sofia Underground Performance Art Festival, Bulgarien, 2016; Live Works Performance Act Award Vol.5, 37°EDIZIONE DRODESERA, Italien, 2017. Als Teil seiner performativen Praxis rief er „tadbiqat“ ins Leben - ein performatives Projekt, das Vorträge, Debatten, Lesungen, kritische Antworten und kreatives Streben miteinander verbindet und gleichzeitig Performance-Nächte unter dem Titel "Live Praxes" organisiert. Abdelkarim lebt und arbeitet derzeit in Kairo.